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Erschienen am 03.12.2009
Rede von Fraktionspräsident und Ständerat Urs Schwaller anlässlich des Fraktionsessens vom 2. Dezember 2010 (zweisprachig / bilingue)
Urs Schwaller, Fraktionspräsident und Ständerat (FR)
ES GILT DAS GESPROCHENE WORT
Sehr geehrte Frau Bundespräsidentin, Liebe Doris, Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, Liebe Corina, Sehr geehrte Damen und Herren Bundesrichter, - Aemisegger Heinz - Eusebio Ivo - Kolly Gilbert - Maillard Marcel - Niquille Martha Sehr geehrte Dame und Herren Bundesverwaltungsrichter, - Angeli-Busi Pietro - Chablais Alain - Amgwerd Maria - Dietrich Kathrin - Forster Beat - Stadelmann Thomas Sehr geehrte Fraktionsmitglieder, sehr geehrte Gäste und Freunde der CVP-EVP-glp Fraktion, Ich begrüsse Sie zum zweiten Mal im Kultur-Casino und freue mich , dass Sie unserer Einladung so zahlreich gefolgt sind.
Heute ist ein spezieller Tag für unsere Fraktion und wir alle sind stolz über die sehr gute Wahl unserer Bundesrätin Doris Leuthard zur Bundespräsidentin. Sicher ist, dass im nächsten Jahr der Kanton Aargau in Bundesbern sehr präsent und gut vertreten sein wird. Ich gratuliere Dir ganz herzlich, liebe Doris und wünsche Dir für dein Präsidialjahr viel Kraft, Weitblick und eine eiserne Faust im Samthandschuh. Die Erwartungen an Dich sind hoch. Die meisten Kommentatoren trauen Dir nicht nur zu, sondern gehen davon aus, dass nach Deiner Präsidialzeit auch der Bundesrat wieder viel mehr und öfters als Team und nicht bloss als eine Runde von sieben Departementschefs wahrgenommen wird. Das Parlament und die Schweizer Bevölkerung, wir erwarten vom Bundesrat, dass er in den wichtigen Dossiers mit einer Stimme spricht und geeint auftritt. Es ist auch nicht notwendig jeweils in der Sonntagspresse zu erfahren, wer sich dann wie am folgenden Mittwoch oder nach Abschluss einer Vernehmlassung oder vor Beginn einer Aufgabenüberprüfung positionieren wird. Du hast bis heute bewiesen, dass du führen kannst. Ich bin überzeugt, dass dann im 2010 auch Dossiers wie unsere Beziehungen zu Italien, zur EU, die Steuer- und Finanzpolitik, die ALV und Libyen erledigt und nicht vor sich her gestossen werden.
La semaine passée, j'ai eu plaisir d'entendre le Président de la Confédération Hans-Rudolf Merz nous présenter, au Conseil des Etats, les objectifs du Conseil fédéral pour 2010 – ce sont les mêmes points forts que ceux que nous avons définis au Groupe, avec nos partenaires du PEV et du PVL, pour le programme de législature, à savoir : 1. renforcer la place économique suisse 2. renforcer la cohésion sociale : développer une politique familiale cohérente, assainir et garantir la pérennité des assurances sociales, endiguer les coûts de la santé ; 3. garantir la sécurité : dans ce domaine, les objectifs formulés sont relativement maigres et peu ambitieux, j'y reviendrai ; 4. exploiter les ressources dans le respect du développement durable : garantir l'approvisionnement en énergie et préserver les ressources naturelles. 5. Die Stellung der Schweiz in einer vernetzten Welt festigen: Konsolidierung der Beziehungen zur EU.
Wenn doch der Bundespräsident diese Ziele nur bereits anfangs Jahr gelesen hätte. Es wäre einiges anders gelaufen.
Wahlen im SR: Hansheiri Inderkum und Filippo Lombardi Wir haben im Ständerat Hansheiri Inderkum zum ersten Vize-Präsidenten gewählt. Ständerat Filippo Lombardi wurde als Stimmenzähler gewählt. Ich gratuliere meinen Kollegen zu Ihrer Wahl.
Auch letztes Jahr haben wir wieder Abschied von früheren Fraktionskollegen genommen. Wir werden ihnen ein ehrendes Andenken bewahren und ich bitte Sie einen kurzen Augenglick inne zu halten: - aNR Franz Jung (LU): 1975-1991 im NR (ehem. VRP Emmi, ZMP-Präsident, Landwirt) - aNR Walter Röthlin (OW): 1971-1987 im NR (Teigwarenfabrikant) - aSR Franz Muheim (UR): 1971-1987 im SR (Mitglied Exekutivrat UNESCO, VR SBB, VRP Schindler, Vize-P Schw. Bankverein BS, Rechtsanwalt und Notar) - aNR Max Aebischer (FR): 1951-1971 NR, 1966-1976 Staatsrat - aNR Albert Rüttimann (AG): 1971-1991 NR - aNR Kurt Bürer (SG): 1975-1987 NR
Vielen Dank.
Das Jahr 2009 hat trotz Wirtschafts- und Finanzkrise mit einem politischen Höhepunkt gestartet: Die Schweizer Bevölkerung hat mit 59.6 % Ja gesagt zur Weiterführung des Personenfreizügigkeitsabkommen und dessen Ausdehnung auf Bulgarien und Rumänien. Das Resultat müssen wir uns gerade auch heute vor Augen halten, weil die SVP diese Verträge nun künden und neuverhandeln will. Das Volk steht hinter den bilateralen Verträgen und hat diese mehrfach bestätigt. Es ist eine totale Illusion, dass wir in Brüssel mehr erreichen können, wenn wir etwa noch mit dem Gedanken spielen, die Personenfreizügigkeit aufzukünden. Der Bundesrat wäre aber gut beraten gewesen, wenn er seiner neuen Präsidentin gefolgt und die Ventilklausel angewendet hätte.
Wie wir auch letzten Sonntag im Zusammenhang mit der Minarettinitiative erlebten, betrachtet sich die Schweiz noch immer als Sonderfall, um dann in solchen Abstimmungen festzustellen, dass wir in Sachen Toleranz und Offenheit gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen nicht mehr anders reagieren als praktisch alle anderen Staaten der Welt.
Die Fraktion hat dieses Jahr grosse Arbeit geleistet und ich möchte an dieser Stelle meinen Fraktionskolleginnen und -kollegen danken und Sie bitten kurz aufzustehen: Kanton Aargau: NR Esther Egger, NR Markus Zemp und NR Ruth Humbel Appenzell Innerrhoden: NR Arthur Löpfe Baselland: NR Kathrin Amacker Bern: NR Norbert Hochreutener und NR Walter Donzé Freiburg: NR Dominique De Buman und NR Thérèse Meyer-Kaelin Genf: NR Luc Barthassat – dessen Wein wir heute trinken. Graubünden: NR Sep Cathomas und SR Theo Maissen Jura: SR Anne Seydoux Luzern: NR Ida Glanzmann, NR Ruedi Lustenberger und SR Konrad Graber Nidwalden: SR Paul Niederberger Solothurn: NR Pirmin Bischof Schwyz: NR Reto Wehrli und SR Bruno Frick St. Gallen: NR Lucrezia Meier-Schatz und NR Jakob Büchler Tessin: NR Meinrado Robbiani Thurgau: die Vize-Fraktionspräsidentin NR Brigitte Häberli und SR Philipp Stähelin Waadt: NR Jacques Neirynck Wallis: NR und Parteipräsident Christophe Darbellay, NR Maurice Chevrier – er hat seine letzte Session in Bern, SR Jean-René Fournier und SR René Imoberdorf Zug: SR Peter Bieri und NR Gerhard Pfister Zürich: NR Kathy Riklin, NR Barbara Schmid Federer NR Urs Hany und NR Thomas Weibel
Ce printemps, durant la crise financière, l'abandon soudain par le Conseil fédéral du secret bancaire pour les clients résidant à l'étranger nous a ébranlés – ce qui jusqu'ici semblait être gravé dans le granit s'est volatilisé en quelques heures. Dans ce dossier, le Conseil fédéral n'a pas fait bonne figure. Le ministre des finances a donné l'impression de manquer de leadership et d'orientation. C'est pourquoi le Groupe a déposé 5 interventions urgentes visant à renforcer la place financière suisse qui ont été traitées par les deux Chambres. Je tiens ici à remercier nos spécialistes des finances, le Conseiller national Pirmin Bischof et le Conseiller aux Etats Bruno Frick qui se sont engagés sans compter sur ce sujet : 1. Etat de la place financière suisse : rétablir la confiance qu'inspirent la Suisse et son économie. 2. Accélération des procédures d'assistance administrative et d'entraide judiciaire. 3. Création d'une cellule spéciale chargée de suivre les procédures aux Etats-Unis. 4. Le Conseil fédéral doit réexaminer les erreurs commises et établir la transparence. 5. Création d'un groupe de travail pour défendre le secret bancaire.
Sie wissen es, geschätzte Damen und Herren, die CVP kämpft seit Jahren für steuerliche Entlastungen von Familien. Wir haben unseren Kurs stets gehalten – auch wenn der Finanzminister andere Pläne hatte und die anderen Parteien uns in einer ersten Phase nicht unterstützten und andere Steuermodelle bevorzugten. Dank der eingereichten Vorstössen von Lucrezia und mir haben wir unser Ziel erreicht. Ab 2011 können die Familien in der Schweiz mit spürbaren steuerlichen Entlastungen rechnen – dies dank der CVP-EVP-glp Fraktion.
Ein weiterer Höhepunkt waren natürlich die Bundesratswahlen, die uns den Sommer über und im Herbst beschäftigt haben. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass es richtig war, bei dieser Bundesratswahl anzutreten. Politische Parteien , die nicht mehr kämpfen, haben aufgegeben und verloren. Das gilt auch für unsere Fraktion. Das Resultat dieser Wahl hat nicht den von uns – von mir - gewünschten Ausgang gefunden. Das ist zu akzeptieren. Neben vielen anderen positiven Erlebnissen war für mich aber wichtig und entscheidend die Geschlossenheit und die Unterstützung in der Fraktion. Die Stärke einer Fraktion kommt dann zum Tragen, wenn sie geeint ihre politischen Zielsetzungen verfolgt. Daran können und lassen wir uns messen. Es geht um politische Weichenstellungen, welche von unseren Werten abgeleitet werden. Ein Rating in einer Zeitung ist und kann kein Kompass für die Abstimmungen sein. Ziele haben wir gemeinsam mit unseren Partnern im in unserem Legislaturprogramm definiert. Diese Ziele müssen wir verfolgen – denn stark sind wir nur dann, wenn wir alle an den gleichen Zielen arbeiten. Hier sind wir nächstes Jahr ganz besonders gefordert.
L'année prochaine, nous allons devoir relever des défis tout particuliers en matière de politique de la santé. Pour moi, il est inacceptable que les coûts et donc les primes d'assurance maladie augmentent chaque année de 10 à 15 % et que notre système de santé soit ainsi hors de prix pour une grande partie de notre population. Après les belles paroles, il est temps de passer aux actes concrets et nous mesurerons aussi le nouveau Ministre de la santé, Didier Burkhalter, aux résultats obtenus. Au Parlement, les propositions et les réponses ne peuvent que venir du centre. Nous – le Groupe PDC-PEV-PVL – nous engageons pour que tout le monde ait accès à de bons soins médicaux de base et refusons une pure médecine d'Etat.
Ich habe es eingangs erwähnt, der Verteidigungsminister hat sich in den Jahreszielen des Bundesrates 2010 nicht gerade viel Arbeit aufgeladen. Die wichtigsten geplanten Parlamentsgeschäfte sind der sicherheitspolitische Bericht.
Es kann nicht mehr angehen, dass wöchentlich neue und gegensätzliche Verlautbarungen aus dem VBS über die Armee zu hören sind. Einmal handelt es sich um den Verzicht des Kaufs von neuen Kampfflugzeugen, dann um den desaströsen Zustand der Immobilien, weiter macht das FIS Heer mit negativen Schlagzeilen von sich reden . All dies erschüttert das Vertrauen der Bevölkerung in die Armee und deren Leistungsfähigkeit. Die Fraktion wird sich im nächsten Jahr intensiv mit der Sicherheitspolitik auseinandersetzen und den Verteidigungsminister fordern – damit er endlich mit offenen Augen und ohne Souffleure in die Zukunft schaut und nicht bloss von der besten Armee träumt.
Wir haben viel gearbeitet dieses Jahr und werden auch nächstes Jahr gefordert sein. An dieser Stelle bedanke ich mich beim ganzen Fraktions- und Generalsekretariat für Ihren Einsatz für die Fraktion. Herzlichen Dank besonders an Alexandra Perina-Werz und Caroline Meuwly.
Ein grosses Merci geht auch an Sie, liebe Anwesende, für Ihre Unterstützung. Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit und interessante und gute Gespräche. Vielen Dank.
Kontakt: Urs Schwaller
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